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Statement zur Situation in Afghanistan in der Schwäbischen Zeitung

Mit der Schwäbischen Zeitung habe ich über den Einsatz in Afghanistan gesprochen. Den Artikel finden Sie hier.  Meine gesamte Einschätzung zum Einsatz in Afghanistan finden Sie hier:

"Leider ist die Situation in Afghanistan auch nach 20 Jahren des internationalen militärischen und zivilen Engagements absolut dramatisch. Die Art und Weise der Gespräche der Trump-Administration mit den Taliban war hochproblematisch, zugleich wurde so ein neues Dilemma rund um den Abzugstermin geschaffen und die komplizierte regionale Situation verschärft.

Die Taliban lassen zugleich nicht von der Gewalt ab und verüben gerade in jüngster Zeit noch mehrAnschläge. Die afghanische Regierung hat durch Korruption und Klientelwirtschaft in den letzten Jahren wichtige Chancen verspielt. Vor diesem Hintergrund muss jetzt auf diplomatischem Weg unter Hochdruck versucht werden, die Verhandlungen mit allen Konfliktparteien so zu gestalten, dass die Chancen auf ein Ende der Gewalt erhöht und rote Linien in den Gesprächen nicht geopfert werden.

Die neue US-Administration scheint eher auf eine weitere Verlängerung des Militäreinsatzes zu setzen. Allerdings bleibt völlig vage, welche Ziele und Perspektiven damit verbunden sind und ob sie realistisch überhaupt erreicht werden können. Auch die Bundesregierung muss auf diese Fragen endlich Antworten geben und darf sich nicht länger davor drücken.

Zugleich dürfen die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden. Es wäre falsch, einmal mehr gefährliche Einsätze ohne große Aussicht auf Erfolg mit leeren Durchhalteparolen weiter zu verlängern oder zu glauben, dass sich die Taliban militärisch besiegen lassen."

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