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Zur Fußball WM in Katar bei Berlin Direkt

Fußball ist eigentlich die schönste Nebensache der Welt und verbindet Fans und Sportler*innen weltweit miteinander. Die diesjährige WM in Katar werden viele Fans aber im Kontext der anhaltenden Kritik an dem Versagen der FIFA, der Korruption bei der Vergabe, den Menschenrechtsverletzungen und Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen nicht unbeschwert genießen können. Nicht wenige kündigen an, die WM gar nicht erst schauen zu wollen unter diesen Rahmenbedingungen.

Es ist richtig und überfällig, dass wir eine öffentliche Debatte darüber führen, welche Rolle Menschenrechte und Nachhaltigkeit bei internationalen Sportgroßveranstaltungen spielen sollen. Wenn nicht sichergestellt wird, dass die ausländischen Arbeiter*innen nicht nur auf den WM-Baustellen akzeptable Arbeitsbedingungen haben und auch effektiv vor Ausbeutung geschützt werden oder anreisende Fans sich aufgrund ihrer sexuellen Orientierung nicht sicher fühlen können, dann wird die FIFA ihrer Verantwortung nicht gerecht.

Wir müssen auch angesichts der aktuellen Weltlage, endlich Schluss machen mit der Illusion, dass Handel oder Sport völlig unpolitisch seien. Menschenrechte einzufordern und Menschenrechtsverletzungen klar zu thematisieren, ist kein Ausdruck westlicher Überheblichkeit. Es sind die universellen Rechte und Regeln, auf die sich die Weltgemeinschaft verständigt hat. Für Menschenrechte einzutreten, das ist das Fundament von Demokratie, das ist Ausdruck unsere Überzeugung und zugleich unser fundamentales Interesse. Aber eine werteorientierte und
menschenrechtsorientierte Politik redet nicht nur mit Gleichgesinnten, sie führt den klaren und kritischen Dialog, sie unterstützt Reformen und reagiert im Ernstfall mit Sanktionen, gerade eben mit den Staaten, wo wir nicht in allen Fragen einer Meinung sind. Immer wieder müssen wir uns aber in der internationalen Politik auch Dilemmata stellen und sie konkret und verantwortungsvoll beantworten, denn angesichts der großen globalen Herausforderung der Klimakrise, die die Lebensgrundlagen und Rechte aller Menschen bedroht, müssen alle Staaten gemeinsame Lösungen suchen, auch wenn es schwierig wird oder Differenzen bestehen.

Mit Berlin Direkt habe ich vorgestern über diese Dilemmata mit Blick auf die WM in Katar gesprochen. Das Interview zum Nachschauen finden Sie hier.

Zur FIFA Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar haben wir als Bundestagsfraktion ein detailliertes Forderungspapier ausgearbeitet, welches Sie unter https://www.gruene-bundestag.de/themen/menschenrechte/11-forderungen-zur-fifa-fussball-weltmeisterschaft-2022 nachlesen können

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