Statusmeldungen

Die Menschen im Sudan leiden unter der größten humanitären Krise unserer Zeit.

Vor drei Jahren eskalierte der Machtkampf zwischen zwei Armeechefs in einem unfassbar brutalen Krieg. Über 11,6 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Hunger, Gewalt & fehlende medizinische Versorgung prägen den Alltag vieler Menschen im Sudan. Besonders betroffen sind Mädchen & Frauen: Sexualisierte & geschlechtsspezifische Gewalt wird systematisch als brutale Kriegswaffe eingesetzt. Doch die Welt schaut weg, das Leid so vieler Menschen im Sudan ist für viele unsichtbar. 

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Die furchtbare Gewalt im Sudan muss endlich enden. Daher findet heute in Berlin die 3. Sudan-Konferenz statt, in der Diplomat*innen, Politiker*innen & Vertreter*innen aus der Zivilgesellschaft aus der Region & verschiedener europäischer Staaten über mögliche Wege zu einem Ende der Gewalt & mehr humanitäre Unterstützung für die Menschen im Sudan beraten. Dazu haben wir uns gestern auch in unserer grünen Arbeitsgruppe Außenpolitik mit Annette Weber, Sonderbeauftragte der Europäischen Union für das Horn von Afrika & ausgewiesene Expertin für die Region beraten: Besonders die humanitäre Situation ist katastrophal. Nur rund 20 % der Hilfe sind finanziert & die Mittel sinken weiter. So wichtig es ist, dass Deutschland die Konferenz ausrichtet & weitere finanzielle Mittel angekündigt hat, ist dennoch bedenklich, dass sie bei Entwicklungszusammenarbeit & Humanitärer Hilfe trotz der riesigen Bedarfe insgesamt kürzt. 

Gleichzeitig haben weder die Kriegsparteien , noch die Staaten in der Region, die diese teilweise unterstützen ein Interesse an einem Ende der Gewalt. Auch  Russland profitiert durch  illegale Goldexporte aus dem Sudan. Gleichzeitig  der Krieg im Nahen & Mittleren Osten hat katastrophale Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit in der ganzen Region, wenn Getreide- & Düngerlieferungen ausbleiben.

Danke auch an @PlanInternationalDeutschland für Ihre wichtige Arbeit für die Menschen in der Region & dafür, dass sie nicht nur mit dieser Aktion für dringend benötigte Aufmerksamkeit sorgen. 

 Was man tun kann & muss:

  • entschlossen auf die Kriegsparteien einzuwirken, die brutale Gewalt gegen die Zivilbevölkerung & humanitäre Helfer*innen einzustellen
  • die massiven Kürzungen in der humanitären Hilfe & der Entwicklungszusammenarbeit zurückzunehmen & ausreichend Gelder bereitzustellen, die dem Ausmaß der Not der Menschen & den Folgen für unsere eigene Sicherheit gerecht werden
  • die mutige & engagierte sudanesische Zivilgesellschaft weiter unterstützen
  • den politischen & wirtschaftlichen Druck auf diejenigen erhöhen, die den Konflikt auch durch ihren illegalen Gold- &Waffenhandel weiter befeuern
  • internationale Strafverfolgung von Kriegsverbrechen im Sudan unterstützen 

Angesichts des Ausmaßes der Krise besteht dringend weiterer Handlungsbedarf. Wir dürfen die Menschen im Sudan in ihrer Not nicht allein lassen. Ein Wegschauen hätte für die ganze Region & auch unsere Sicherheit schwerwiegende&langfristige Folgen.