Friedensgutachten: "Die neuen Warlords. Gewaltdynamiken einhegen"
Gestern haben wir in der grünen Bundestagsfraktion mit vielen klugen Köpfen der renommierten deutschen Friedensforschungsinstitute diskutiert. Jedes Jahr legen sie ein Friedensgutachten zur Lage in der Welt vor, eine mehr als lohnenswerte Lektüre. Anhand der Titel der Gutachten der letzten Jahre kann man sehr gut nachverfolgen, wie fundamental sich die Welt verändert hat.
2005 lautete die Überschrift „Friedensprozesse brauchen einen langen Atem“, dieses Jahr ist der Titel sehr viel düsterer mit: „Die neuen Warlords – Gewaltdynamiken einhegen“. Das Gutachten bringt es auf den Punkt: „Die imperialistische Großmachtpolitik ändert die Vorzeichen von Krieg, Frieden und Sicherheit. Staaten agieren zunehmend wie Warlords und setzen Krieg als Mittel der Politik ein. Übergänge von Gewaltkonflikten zu Frieden werden als „Deals“ behandelt. Weiter heißt es dort: „Technologische Innovation verändert Kriege und erschwert die Regulierung. Zugleich befindet sich die internationale Kooperation in der Friedenssicherung – etwa in der Entwicklungszusammenarbeit oder in den Vereinten Nationen – in ihrer schwersten Krise.“ (Quelle: Friedensgutachten 2026).
Die Bundesregierung sollte all ihre Möglichkeiten dazu nutzen, diesen Warlords und ihren egoistischen, zerstörerischen und skrupellosen Logiken gemeinsam mit vielen unserer Partner weltweit die Stirn zu bieten. Aus Überzeugung und mit Blick auf unsere eigenen Interessen muss man diesem gefährlichen Rückschritt entschieden entgegentreten. Damit am Ende alle und vor allem jede*r Einzelne selbst mit Zusammenarbeit, Regeln und Solidarität viel weiterkommt als mit Aggression, Erpressung und Gewalt. Wie das in rauen Zeiten geht, dafür hat das aktuelle Gutachten eine Reihe von konkreten Ideen. Wie immer auch in diesem Jahr meine ausdrückliche Leseempfehlung für das Friedensgutachten.
Ich danke den Friedensforscher*innen vom Bonn International Centre for Conflict Studies, des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung, dem Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg sowie dem Institut für Entwicklung und Frieden der Universität Duisburg-Essen für den traditionellen und so wertvollen Austausch in unserem Fachbereich Internationales und Menschenrechte der Grünen Bundestagsfraktion.
Könnt ihr hier nach lesen: https://www.friedensgutachten.de/