G7-Gipfel: Europa muss sein Schicksal selbst in die Hand nehmen
Nur weil Donald Trump auf dem G7-Gipfel kurz einen netten Moment hatte, war Friedrich Merz ganz aus dem Häuschen. Europa muss sein Schicksal selbst in die Hand nehmen in dieser rauen Welt. Heute Morgen haben wir im Interview noch darüber gesprochen, ob von dem Gipfel seit langer Zeit eine entschlossene Botschaft für die Ukraine ausgeht, Europa und USA gemeinsam.
Auch wenn ich es mir natürlich wünschen würde, habe ich ja aus der Erfahrung eher skeptisch geantwortet. Ein paar Stunden später sagt Donald Trump dann auch leider wieder: US has „Nothing to Do“ with Ukraine. Da hat die schwer zu ertragende unterwürfige Anbiederei mit dem Trikot-Geschenk an Donald Trump von Friedrich Merz dann doch auch mal wieder nicht geholfen. Umso mehr, einmal mehr, umso dringender gilt: Die wichtigste Aufgabe unserer Zeit ist in dieser rauen und bewegten Weltlage, für Europas Handlungsfähigkeit, Stärke und Sicherheit zu sorgen.
Europas Sicherheit und Stabilität stehen insgesamt unter erheblichem Druck, durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, den China-Schock 2.0 und den Krieg und auch die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten. Das gilt nicht nur für die Sicherheits- und Außenpolitik, sondern ebenso für wirtschaftliche Stabilität und Resilienz. Es geht deshalb nicht um das Ob, sondern um das Wie einer gemeinsamen europäischen Antwort.
Die aktuellen Entwicklungen rund um den G7-Gipfel zeigen deutlich: Mit der politischen Unberechenbarkeit einzelner Partner muss Europa eigentlich immer rechnen. Umso wichtiger ist ein eigenständiger, verlässlicher Kurs, bei der Unterstützung der Ukraine, im Umgang mit Russland und bei der Sicherung von Frieden und Stabilität auf unserem Kontinent. Im Zentrum muss dabei stehen: mehr Souveränität, mehr Stärke und mehr Resilienz.
Dazu gehört auch, den Druck auf Russland zu erhöhen – durch wirksame Sanktionen, ein entschiedenes Vorgehen gegen die Schattenflotte und andere Umgehungsstrategien und eine substanzielle Unterstützung der Ukraine, insbesondere im militärischen Bereich. Gleichzeitig muss Europa seine eigenen Fähigkeiten stärken, etwa bei der Luftverteidigung
Gerade in einer zunehmend unsicheren Welt gilt: Je geeinter und entschlossener Europa handelt, desto besser kann es seine Interessen und Werte gemeinsam mit Partnern vertreten.
Den Link zum vollständigen Interview findet ihr hier: https://www.swr.de/swraktuell-radio/brugger-gruene-zu-ukrainekrieg-auf-donald-trump-kann-man-sich-nicht-verlassen-g7-evian-100.html